Claus
Westermann
Sprache und Struktur der Prophetie Deuterojesajas
Mit einer Literaturübersicht "Hauptlinien der
Deuterojesaja-Forschung von 1964-1979", zusammengestellt und
kommentiert von Andreas Richter
Calwer Verlag, 1981, 131 Seiten, kartoniert, 3-7668-0673-4
14,80 EUR
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Ein Aspekt in der Wirkungsgeschichte
der Kapitel 40-55 des Jesajabuches
hat neben vielen anderen eine bis heute besondere Bedeutung.
Er betrifft den Zusammenhang der Fragen: Wie kann in die
Erfahrung einer großen geschichtlichen Katastrophe hinein
einer großen Gruppe von Menschen gegenüber von Gericht und
Erbarmen Gottes geredet werden? Oder anders: Gibt es
menschliche und menschenwürdige Zukunft angesichts
kollektiver Leidenserfahrung und Lebensbedrohung und wenn
ja, wie ist sie vermittelbar? Claus Westermann geht in
seiner Auslegung der dtjes Botschaft den Weg nach, der sich
für Israel durch die Katastrophe hindurch zur Erwartung
einer neuen Zukunft und der Erfahrung des Neubeginns
erschließt.
Dtjes meint die Zukunft, in der sich das Lob des Schöpfers
und Herrn der Geschichte als Antwort des Menschen auf Gottes
rettendes Handeln durchzusetzen beginnt. Dabei weisen die
herausgearbeiteten Redeformen (Klage, Lob, Heilsorakel,
Gerichtsreden, Bestreitungen usw.) auf das Geschehen hin, in
welchem sich menschliche Wirklichkeit und Gottes Handeln in
Gericht und Erbarmen begegnen. Der Botschaft Dtjes' liegt
das Bekenntnis zugrunde, daß der Gott, dem Israel die
Erfahrung der Rettung verdankt, nicht aufhören wird, sein
Gott zu sein. So erfährt die Klage des einzelnen und die
Klage des Volkes eine Antwort. Am Ende weitet sich der Blick
in eine Zukunft, die durch die Treue Gottes zur Welt
ermöglicht wird und von der Verheißung lebt, daß Gottes Wort
bewirken wird, wozu er es sendet (Jes 55,11).
Aus der Reihe Calwer Theologische Monographien |