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Behinderung - Theologie - Kirche, Kohlhammer Verlag
Die neue Buchreihe sucht den Anschluss an den Grundkonsens des heilpädagogischen und behindertenpolitischen Fachdiskurses: Die Behinderung eines Menschen ist zunächst keine Krankheit, sondern primär Ergebnis eines komplexen Interaktionsgeschehens zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen (Behinderung als soziales Phänomen). Das theologische Nachdenken über "Behinderung" ist in seinen Grundlagen auf die neuen Erkenntnisse der Sozialwissenschaften zu beziehen, auch um die diakonisch-caritative Praxis der Behindertenhilfe theologisch zu fundieren. Entsprechend wird in der Reihe ein breites Spektrum von Buchformaten präsentiert, das von Studien- und Arbeitsbüchern über Handbücher bis hin zu wissenschaftlichen Monographien und Sammelbänden reicht. Zugleich sollen die Veröffentlichungen im Sinne (theologischer) disability studies die Beteiligtenperspektive behinderter Menschen aufgreifen.
Die Reihe richtet sich an Mitarbeitende in Caritas/Diakonie und Kirche, an interessierte WissenschaftlerInnen wie an Studierende der einschlägigen Fächer (Theologie, Heil- und Sonderpädagogik, Disability Studies und beteiligte Sozial- und Humanwissenschaften).
Prof. Dr. Johannes Eurich ist Direktor des Diakoniewissenschaftlichen Instituts der Universität Heidelberg. Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl ist Präsident der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.
Johannes Eurich
Inklusive Kirche


Kohlhammer Verlag, 2011, 264 Seiten, kartoniert,
978-3-17-022028-7
29,90 EUR
Band 1:
Inklusive Kirche entfaltet exemplarisch das breite Themenspektrum der neuen Reihe: Das soziale Phänomen "Behinderung" ist eine Herausforderung für Theologie und Kirche und verlangt theologische Reflexionen. Dabei kann der christliche Glaube bisherige Praxis in Frage stellen und gedeutet werden als radikale Forderung nach Inklusion von Menschen mit somatischen und/oder seelischen Beeinträchtigen. In etlichen kirchlichen Handlungsfeldern sammeln Christinnen und Christen bereits Erfahrungen mit inklusiver Praxis. Diese Erfahrungen nötigen in vielen Bereichen zu Neuausrichtung eingewöhnter Handlungsmuster in Kirchengemeinden wie in kirchlichen Verbänden oder kirchlichen Einrichtungen der Behindertenhilfe.
Hans Heppenheimer
Emotionale Intelligenz und Trauer bei Menschen mit geistiger Behinderung

Kohlhammer Verlag, 2011, 176 Seiten, kartoniert,
978-3-17-022029-4
29,90 EUR
Band 2:
Die Geschichte der Menschen mit geistiger Behinderung ist geprägt von Ausgrenzungen und Diskriminierungen. Auch die Fähigkeit zu trauern wurde diesem Personenkreis lange Zeit abgesprochen. Ihre Trauergefühle wurden oft nicht ernst genommen oder negiert. Dabei sind sie durch ihre emotionale Intelligenz ganz besonders befähigt, Trauer wahrzunehmen und zu leben. Die emotionalen Prozesse der Trauer haben neben den kognitiven einen entscheidenden Stellenwert bei der Bewältigung von Verlust- und Krisensituationen. Gerade deshalb geht es um den Ausdruck und die Gestaltung von Emotionen, wenn Menschen Abschied nehmen und trauern. Die Voraussetzungen dafür bringen geistig behinderte Menschen in einem oft beachtenswerten Maße mit.

Hans Heppenheimer ist Pfarrer in Mariaberg e. V., einer Einrichtung der Behindertenhilfe, und leitet dort das Projekt "Entwicklung einer Trauerkultur in einer Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung". Dr. Ingo Sperl ist Gemeindepfarrer mit langjähriger Erfahrung als Altenheimseelsorger, Gründer von verschiedenen Hospizinitiativen und Trauerberater.
Florian Kiuppis
Sport im Spiegel der UN-Behindertenrechtskonvention
Interdisziplinäre Zugänge und politische Positionen
Kohlhammer Verlag, 2012, 360 Seiten, kartoniert,
978-3-17-022156-7
39,00 EUR
Band 3:
Die UN-Behindertenrechtskonvention bedeutet für den Sport weitaus mehr als nur die Sicherstellung des Zugangs von Menschen mit Behinderungen zu Sportstätten. Sportverbände und -vereine sind dazu aufgefordert, Menschen mit Behinderungen zu ermutigen und zu befähigen, in der allgemein üblichen Weise am Breitensport selbstbestimmt zu partizipieren. Darüber hinaus sieht die Konvention die Möglichkeit vor, dass Menschen mit Behinderungen behinderungsspezifische Sportaktivitäten selbst entwickeln, sofern sie dies wollen. Die Beiträge des Bandes untersuchen dieses Thema aus dem Blickwinkel der Soziologie, der Theologie und der Politikwissenschaften. Neben theoretischen Grundlagen und rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen werden Handlungsräume und Bewährungsfelder in Politik, Kirche und Öffentlichkeit diskutiert.

Florian Kiuppis und Stefan Kurzke-Maasmeier sind Wissenschaftliche Mitarbeiter im Berliner Institut für christliche Ethik und Politik (ICEP) an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin.
Wolfgang Grünstäudl
Gestörte Lektüre
Disability als hermeneutische Leitkategorie biblischer Exegese
Kohlhammer Verlag, 2012, 280 Seiten, kartoniert, 978-3-17-022339-4 39,00 EUR
Band 4:
Das klassische Methodenrepertoire historisch-kritischer Exegese wurde in den letzten Jahrzehnten durch zahlreiche Impulse etwa aus den Sozialwissenschaften, der Kulturanthropologie, den Gender Studies und den Postcolonial Studies differenziert und bereichert. Im Unterschied zu mittlerweile eingeführten Konzepten wie Gender oder Empire fehlte aber bislang in der deutschsprachigen Exegese eine Diskussion von Disability als möglicher hermeneutischer Kategorie. Neben der Arbeit an den biblischen Texten selbst ist dabei deren vielfältige und ambivalente Wirkungsgeschichte ebenso in den Blick zu nehmen wie gegenwärtige Anwendungen in gesellschaftlichen, theologischen und pädagogischen Diskursen.

MMag. Wolfgang Grünstäudl ist Akademischer Mitarbeiter, Dr. Markus Schiefer Ferrari ist Professor am Institut für Katholische Theologie der Universität Koblenz-Landau, Campus Landau.
Änderungen und Lieferbarkeit vorbehalten     Startseite       letzte Bearbeitung: 19.02.2012, DH