Jüdische Religion, Geschichte und Kultur (JRGK),
Vandenhoeck & Ruprecht

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Theologische Standardwerke / Inhaltsverzeichnis Übersichtsseite Religionen
Jüdische Religion, Geschichte und Kultur (JRGK), Vandenhoeck & Ruprecht
Der Titel der Reihe steht vor dem Hintergrund, dass jüdische Lebenswirklichkeit von ihrer Religion, Geschichte und Kultur geprägt ist. So trägt auch das Konzept der Reihe der Erkenntnis Rechnung, dass diese drei Aspekte nicht voneinander isoliert betrachtet werden können, sondern einander bedingen und miteinander verflochtene Bereiche dieser Lebenswirklichkeit darstellen.
"Jüdische Religion, Geschichte und Kultur" soll den internationalen Stand der wissenschaftlichen Forschung markieren. Gleichzeitig dient die Reihe dem interdisziplinären Dialog und spricht eine über das engere Fachpublikum hinausreichende Leserschaft an.
Herausgeben von Michael Brenner, München und Stefan Rohrbacher, Düsseldorf. Bei Subskription ca. 10 % Nachlass.
Band 15
Eberhard Wolff
Medizin und Ärzte im deutschen Judentum der Reformära
Die Architektur einer modernen jüdischen Identität
Vandenhoeck & Ruprecht, 2011, 300 Seiten, Gebunden,
978-3-525-56943-6

48,95 EUR
Ärzte und Medizin waren Brennpunkte des grundlegenden kulturellen Wandels, den die Juden in Deutschland in der Zeit der Haskala (der jüdischen Aufklärung) und der sich anschließenden Reformära bis ca. 1850 durchmachten. Eberhard Wolff arbeitet anhand von Detailstudien heraus, dass ein modernes, variables Verständnis vom Jüdischsein und eine differenziert konstruierte jüdische Identität in dieser Zeit gerade unter jüdischen Ärzten entwickelt und gerade anhand medizinisch relevanter Themen diskutiert wurden. An lokalen Beispielen wie Berlin, Hamburg, Göttingen und Dresden werden Themen wie der Reformeifer und das säkularisierte Berufsverständnis jüdischer Ärzte untersucht sowie Reformdebatten um die »frühe Beerdigung«, die jüdische Beschneidung oder die Krankenbesuchsgesellschaften einer Analyse unterzogen.
Das entwickelte moderne jüdische Selbstverständnis hatte eine komplexe »Architektur«, die weit über simple »Assimilation« oder ein einfaches Modell hybrider Verschmelzung mit bürgerlichen Werten hinausging. So unterschieden jüdische Ärzte mit einem professionellen Habitus gezielt zwischen ihrer ärztlichen und ihrer jüdischer Identität. In Reformdebatten etablierten sie sich als weltliche Experten des Jüdischen und entwickelten ein kulturelleres Verständnis des Jüdischseins mit neuen Leitwerten und Legitimationen, das kompatibel war mit den Anforderungen der Moderne, ohne mit den jüdischen Traditionen generell zu brechen. Ihr jüdisches Selbstverständnis mit sektoriellen und situativen Differenzierungen sowie bewussten Asymmetrien war der Versuch einer Stabilisierung jüdischer Identität im historischen Wandel. Es war eine eigenständige kulturelle Leistung aufgrund eines originären Modernisierungswillens und nicht nur, um Anerkennung in der christlichen Mehrheitsgesellschaft zu finden.
Band 14
Vom Deutschen ins Hebräische
Übersetzungen aus dem Deutschen im jüdischen Palästina 1882-1948. Übersetzt von Liliane Meilinger
Vandenhoeck & Ruprecht, 2011, 250 Seiten, Gebunden,
978-3-525-56938-2

54,95 EUR
Der aus dem deutschen Kulturraum ausgehende Einfluss auf den Jischuw – die jüdische Gemeinschaft in Palästina von der ersten organisierten Einwanderung 1882 bis zur Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 – war mannigfaltig. Na`ama Sheffi beschäftigt sich mit einer seiner herausragenden Erscheinungen: der Übersetzung deutschsprachiger Werke ins Hebräische und deren Rezeption sowie der unmittelbaren Wirkung deutscher Vorbilder auf die Schaffung eines modernhebräischen Literaturkorpus.
Den Anfang bildeten bereits im späten 18. Jahrhundert in Europa die Übertragung von Werken, die dem Geist der jüdischen Aufklärung verpflichtet waren. Auch noch vor der Genese des Zionismus als nationalem Projekt intensivierte sich die Übersetzungstätigkeit ungeachtet des kleinen Leser- und Verlegerkreises sowie zahlreicher technischer Hindernisse. Fast 800 Werke der verschiedensten Genres – Romane, Dramen, Sachbücher, Kinder- und Jugendliteratur – wurden während des untersuchten Zeitraums aus dem Deutschen ins Hebräische übertragen. Hinzu kommen noch mehrere hundert in Zeitschriften erschienene Gedichte, Prosastücke und Essays. Wesentliche Befunde sind dabei die dominierende Rolle der aus dem Osten Europas stammenden Übersetzer sowie der sprunghafte Anstieg der Übertragungen in den Jahren des Nationalsozialismus und sodann in den drei letzten Jahren vor der Staatsgründung. Die Auswahl der Texte war weitgehend von nationalen Ideologien bestimmt: Anfangs dienten die Übertragungen weltanschaulich der Haskala, danach der Erneuerung der jüdischen Nation und der hebräischen Sprache und schließlich der Bewahrung der im Nationalsozialismus verfemten Literatur vor allem jüdischer Autoren.
Band 13
Stefan Siebers
Der Irak in Israel
Vom zionistischen Staat zur transkulturellen Gesellschaft
Vandenhoeck & Ruprecht, 2010, 128 Seiten, kartoniert,
978-3-525-56937-5
39,90 EUR
Anhand der Bücher von Sami Michael und Eli Amir untersucht Stefan Siebers, inwieweit das westlich-zionistische Konzept von der jüdischen Nation mit klar definierten Grenzen aufgegangen ist. Ist der »Judenstaat« der uneinnehmbare Leuchtturm des Okzidents im Nahen Osten?
Der Autor lädt dazu ein, die Erzählungen und Romane der hebräischen Schriftsteller neu zu lesen. Mit zahlreichen Beispielen belegt er, dass bald nach der Gründung Israels 1948 ein tiefgreifender Prozess der Transkulturation einsetzte, der sich in der modernhebräischen Literatur nicht nur niederschlägt, sondern von dieser auch befördert wird. Über alle Grenzen hinweg ist Israel mit dem Orient längst verwoben.
Aus den Randzonen zwischen Tag und Traum, zwischen Kulturland und Ödnis ist fast unmerklich der Orientale ins Bewusstsein der israelischen Leser getreten. Zunächst war er noch der unheimliche Fremde, begehrenswert und erschreckend zugleich. Doch inzwischen erhebt er seine Stimme gleichberechtigt und selbstbewusst in der polyphonen Kultur des Landes. Israel ist dabei, sich aus der Isolation zu befreien. Zu Brückenbauern wurden die jüdischen Autoren, die selbst aus dem Orient stammen. Stefan Siebers lenkt unser Augenmerk auf die Romanciers und Erzähler aus dem Irak, deren Werke von Zerrissenheit und dem Willen zum Neuanfang zeugen. Mit ihnen vollzieht er den Weg Israels zu einer modernen, zum steten Wandel bereiten und somit im wahrsten Sinne »transkulturellen«Gesellschaft nach.

Stefan Siebers ist Lektor für hebräische Sprache und Literatur am Institut für Jüdische Studien der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.
Band 12
Thekla Keuck
Hofjuden und Kulturbürger
Der Geschichte der Familie Itzig in Berlin
Vandenhoeck & Ruprecht, 2011, 580 Seiten, Gebunden,
 978-3-525-56974-0
 99,95 EUR
Eine jüdische Familie zwischen Staat und Gesellschaft.
Die Itzigs waren eine der großen jüdischen Familien im Preußen des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Ihre fünf Generationen umfassende Geschichte umschließt drei große Themenkomplexe: die rechtliche Emanzipation der Juden, ihren sozio-ökonomischen und kulturellen Verbürgerlichungsprozess sowie die damit einhergehende Transformation traditioneller jüdischer Denk- und Verhaltensweisen. Auf der Grundlage zahlreicher Quellen und eingebettet in den allgemeinen Forschungskontext der Geschichte des Bürgertums sowie der Bildungs- und Kulturgeschichte untersucht Thekla Keuck am Beispiel der Familie Itzig einen der transkulturellen Prozesse, der die mitteleuropäischen Juden unter dem Einfluss der Aufklärung aus der Abgeschlossenheit des traditionellen Judentums in den Raum der modernen europäischen Gesellschaft führte. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie sich für die Itzigs auf Grund ihrer Teilhabe an der bürgerlichen Gesellschaft der Stellenwert von Familie, Religion und Kultur wandelte. Obwohl der Familie eine mitgestaltende Rolle bei der Entstehung der bürgerlichen Gesellschaft innerhalb wie außerhalb der jüdischen Gemeinschaft zukam, gelang ihren Mitgliedern nicht die angestrebte Integration in die bürgerliche Gesellschaft. Als Juden blieb ihnen die Teilnahme verwehrt. Um ihre bürgerliche Position nicht zu gefährden, entschied sich die Mehrzahl der Itzigs daher für die Konversion. Trotzdem bezeichnet Thekla Keuck die Itzigs explizit als jüdische Familie. Mit dieser Lesart trägt sie dazu bei, die Vielschichtigkeit deutsch-jüdischer Geschichte mit ihren Zwiespältigkeiten und Widersprüchen aufzuzeigen.
Band 11
Rebekka Voß
Umstrittene Erlöser
Politik, Ideologie und jüdisch-christlicher Messianismus in Deutschland
Vandenhoeck & Ruprecht, 2011, 350 Seiten, Gebunden,
978-3-525-56900-9
62,95 EUR
Die Reformationszeit war für ihre Endzeitstimmung bekannt. Rebekka Voß zeigt die enge Verflechtung jüdischen und christlichen apokalyptischen Denkens in dieser Epoche.
Im Mittelpunkt steht die Verortung der jüdischen Messiashoffnung in der christlichen Umgebungsgesellschaft in einer Hochphase endzeitlicher Erwartungen. Ausgehend von der negativen Wahrnehmung des jüdischen Messianismus durch die Christen, stellt die Autorin die Beziehungen zwischen jüdischen messianischen Ideen, Erwartungen und populären Bewegungen und der zeitgenössischen christlichen Apokalyp­tik im Reformationsjahrhundert in den Fokus ihrer Darstellung.

Dr. phil. Rebekka Voß ist Harry Starr Fellow am ]udaica Center for ]ewish Studies an der Harvard University.
Band 10
Sylvie Anne Goldberg
Zeit und Zeitlichkeit im Judentum
Vandenhoeck & Ruprecht, 2009, 634 Seiten, Gebunden, 978-3-525-54000-8
149,00 EUR
Band 9
Lewinsky, Tamar
Displaced Poets
Jüdische Schriftsteller im Nachkriegsdeutschland, 1945 - 1951
Vandenhoeck & Ruprecht, 2008, 288 Seiten, Gebunden,
978-3-525-56997-9
59,90 EUR
In der unmittelbaren Nachkriegszeit wurde die amerikanische Besetzungszone Deutschlands für zehntausende osteuropäische Juden zur ungeliebten Heimat auf Zeit. Ihnen allen war das Jiddische gemein. In den so genannten Displaced Persons-Camps, aber auch in deutschen Städten und Dörfern, bauten sie ein dichtes Netz gesellschaftlicher, politischer und kultureller Einrichtungen auf. Während weniger Jahre blühte hier eine fragile, einzigartige Kultur. Auf der Grundlage bisher weitgehend unbekannter Quellen beschreibt Tamar Lewinsky Kultur und Literatur dieser komplexen Gesellschaft.
DIE AUTORIN
Dr. phil. Tamar Lewinsky ist Dozentin für Jiddische Sprache und Literatur in der Abteilung für Jüdische Geschichte und Kultur der Universität München.
Band 8
Rösch, Barbara
Der Judenweg
Ein ergänzender Beitrag zur Geschichte und Kulturgeschichte des ländlichen unterfränkischen Judentums aus Sicht der Flurnamenforschung
Vandenhoeck & Ruprecht, 2009, 496 Seiten, Gebunden,
978-3-525-56998-6
59,90 EUR
Die Judenwege sind Sprachdenkmäler. Sie gehören zu den vergessenen Kapiteln deutsch­jüdischer Geschichte. Sie erweisen sich als Produkte der gesellschaftspolitischen, wirtschaftlichen und sozialen Ausgrenzung. Ihre Existenz und Deutung ist ein Gradmesser für die Qualität der Beziehungen zwischen jüdischer und christlicher Landbevölkerung in den vergangenen fünf Jahrhunderten.
Der Begriff »Judenweg» wurde von der Forschung bislang übersehen. Barbara Rösch bringt ihn und seine sinnver­wandten Formen, nämlich die Judenpfade, -gassen, -steige, aber auch die Judenbäume, -brunnen und -steine buchstäblich zum »Sprechen«.
DIE AUTORIN
Dr. theol. Barbara Rösch ist Dozentin am Institut für Grundschulpädagogik der Universität Potsdam.
Band 7
Dahm, Annkatrin
Der Topos der Juden

Vandenhoeck & Ruprecht, 2007, 420 Seiten, Gebunden,
978-3-525-56996-2
69,90 EUR
Studien zur Geschichte des Antisemitismus im deutschssprachigen Musikschrifttum.
Kann Musikliteratur als Spiegel dienen, um anti-judaistische Diskriminierungsmuster zu erkunden? Anhand von zahlreichen Quellen aus dem 18. und 19. Jahrhundert lässt sich der Entstehungsprozess des Topos der Juden in der Musik in seiner ganzen geschichtlichen Bandbreite dokumentieren. Annkatrin Dahm zeichnet die Verknüpfung außermusikalischer Unterstellungen mit musikalischen Sachverhalten im Sinne der judenfeindlichen und antisemitischen Ideologie durch die Jahrhunderte nach.
Band 6
Triendl-Zadoff, Miriam
Nächstes Jahr in Marienbad
Gegenwelten jüdischer Kulturen der Moderne
Vandenhoeck & Ruprecht, 2007, 248 Seiten, Gebunden, 978-3-525-56995-5,
49,90 EUR
Band 5
Pyka, Marcus
Jüdische Identität bei Heinrich Graetz
Vandenhoeck & Ruprecht, 2006, 320 Seiten, Gebunden, 3-525-56994-7,
49,90 EUR
Band 4
Yuval, Israel
Zwei Völker in deinem Leib

Vandenhoeck & Ruprecht, 2006, 360 Seiten, Gebunden,
3-525-56993-9
39,90 EUR
Gegenseitige Wahrnehmung von Juden und Christen in Spätantike und Mittelalter.
Die kühne Deutung der jüdisch-christlichen Beziehung als einer geschwisterlichen hat weltweit Kontroversen ausgelöst. Zahlreiche Quellen erweisen die polemische Auseinandersetzung als formativ für die Herausbildung der beiden Religionen. Yuval untersucht die Entstehung des Pessach-Festes sowie die Tötung von jüdischen Kindern durch ihre Eltern bei den Judenverfolgungen 1096 und beobachtet, wie Christen das jüdische Verhalten wahrnahmen. Er schließt mit dem Milleniumjahr 1240, als Juden den Anbruch der endzeitichen Erlösung erwarteten. Diese Schlüsselmomente zeigen, dass der christliche Einfluss auf das mittelalterliche Judentum weitaus größer war, als bislang angenommen und dass die Zurückweisung des Christentums bei der Herausbildung jüdischer Identität eine zentrale Rolle spielte.
Band 3
Brenner, Michael
Emanzipation durch Muskelkraft
Juden und Sport in Europa

Vandenhoeck & Ruprecht, 2006, 566 Seiten, Gebunden,
3-525-56992-0
nicht mehr lieferbar
Die hier vorliegende Aufsatzsammlung beleuchtet das Verhältnis von Sport und Judentum in Europa im Kontext der jüdischen Wissenschaften. Michael Brenner und Gideon Reuveni legen eine Aufsatzsammlung vor, die die Beziehung zwischen Judentum und Sport unter Berücksichtigung der besonderen europäisch-jüdischen Erfahrung zu verorten sucht. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass die Art und Weise wie eine Gesellschaft sich zu Sport und Körper positioniert, etwas über ihre Selbstdefinition aussagt. Die Autoren widmen sich den "jüdischen Muskeln und Kräften", von Resh Lakish über rabbinische Responsa aus dem 16. und 17. Jahrhundert bis hin zur Sportbegeisterung zwischen den beiden Weltkriegen und dem Ruf der Zionisten, einen neuen Juden zu schaffen. So schreiben sie, ganz nebenbei, eine äußerst spannende Sport - und Gesellschaftsgeschichte und beleuchten das Verhältnis von Sport und Ethik. Beiträger Michael Brenner, Jacob Borut, John Bunzl, Tony Collins, John Efron, Sharon Gillerman, Phillip Grammes, Miklós Hadas, Jack Jacobs, Michael John, Victor Karady, Albert Lichtblau, Rudolf Oswald, Gideon Reuveni, Daniel Wildmann und Moshe Zimmermann.
Band 2
Schatz, Andrea
Sprache in der Zerstreuung
Die Säkularisierung des Hebräischen im 18. Jahrhundert

Vandenhoeck & Ruprecht, 2006, 281 Seiten, Gebunden,
3-525-56991-2
49,90 EUR
Im Übergang zur Moderne wird die "Heilige Sprache" zur Sprache der jüdischen Nation in der Diaspora. Die vorliegende Studie blickt auf die jüdischen Aufklärer, die nach Möglichkeiten suchten, die "Heilige Sprache" in eine Sprache der Gegenwart zu verwandeln - in die Sprache der jüdischen Nation in der Diaspora. Angesiedelt zwischen Kultur- und Geschichtswissenschaften entwirft das Buch ein neues dynamisches Bild der jüdischen Aufklärung des 18. Jahrhunderts. Ihre umstrittenen und heterogenen Anfänge - vor, mit und nach Moses Mendelssohn - zeigen, wie sich die jüdische Moderne auf einem Terrain herauskristallisiert, auf dem Hebräisch, Jiddisch und Deutsch, jüdische und christliche Traditionen, säkularisierende und resakralisierende Tendenzen aufs Engste miteinander verbunden sind. Dr. theol. Andrea Schatz ist Fellow am Department für Religion an der Universität Princeton (USA).
Band 1
Schlör, Joachim
Das Ich der Stadt
Debatten über Judentum und Urbanität, 1822-1938

Vandenhoeck & Ruprecht, 2005, 536 Seiten, Gebunden,
3-525-56990-4
nicht mehr lieferbar
1938 plant der Berliner Journalist Moritz Goldstein im Exil die Rettung der Juden Europas. Weil die Not groß ist und die Errichtung eines Staates "lange, lange Zeit" erfordert, schlägt er die Gründung einer "Stadt Israel" vor - ein utopisches, ein chancenloses Projekt. Um Moritz Goldstein zu verstehen, analysiert Schlör Debatten über Judentum und Urbanität. Er untersucht die Geschichte modernen jüdischen Lebens in der Stadt, namentlich in Berlin, sowie die Geschichte einer Imagination: der des jüdischen "Stadtbewohners par excellence". Nicht nur durch die Thematik, sondern auch durch die Einführung von Methoden und Fragestellungen der kulturwissenschaftlichen Stadtforschung bereichert Schlör das Feld der wissenschaftlichen Jüdischen Studien.
Dr. rer. soc. Joachim Schlör ist Privatdozent für Kulturwissenschaft an der Universität Potsdam und hat sich mit dieser Arbeit 2004 in Potsdam habilitiert.
 

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