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| Papyrologische Kommentare
zum Neuen Testament,Vandenhoeck & Ruprecht Herausgegeben von Peter Arzt-Grabner (Salzburg), Amfilochios Papathomas (Athen) und Mauro Pesce (Bologna) |
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| Wie könnten die durchschnittlichen Leserinnen und Leser zur Zeit eines neutestamentlichen Autors dessen Schrift(en) verstanden haben? Dabei müssen der archäologische Befund von Stätten des damaligen römischen Reiches, der philologische Befund der Schriften des griechischen-römischen Kulturkreis, einschließlich des frühjüdischen Schriftentums, die sozial- und religiongeschichtlichen Befunde berücksichtigt werden. Die papyrologischen Kommentare beziehen überwiegend Texte des Alltags (Papyri und Ostraka) in die Interpretation der Bibeltexte ein, dazu ausgewählte Texte der Literatur, einschließlich der philosophischen und sonstigen wissenschaftlichen, und Texte gesetzlichen Charakters. Wir haben freilich kein einziges Dokument, das wir mit Sicherheit einer ursprünglichen Leserin oder einem ursprünglichen Leser einer biblischen Schrift zuschreiben könnten, aber tausende Texte von Menschen ihrer Zeit und ihrer Umgebung. | ||||||
| Autor | Titel | EUR | Jahr | |||
| 1 | 3-525-51000-4 | Arzt-Grabner | Philemon / zur Beschreibung | 49,90 | 2003 | |
| 2 | 3-525-51001-2 | Arzt-Grabner | 1. Korinther / 1. Corinthians | 99,-- | 2006 | |
| 3 | 978-3-525-51006-3 | Christina Maria Kreinecker | 2. Thessalonicher zur Beschreibung | 49,90 | 2010 | |
| Kritzer | 2. Korinther / 2. Corinthians | in Vorbereitung | ||||
| Mazza | Mark / Markus | in Vorbereitung | ||||
| Peter
Arzt-Grabner Philemon Vandenhoeck u. Ruprecht, 2003, 304 Seiten, Leinen, 3-525-51000-4 49,90 EUR |
Eine neue Auslegung des
Philemonbriefes, der eine Petition um den Sklaven
Onesimus enthält, der von Paulus als
"Mitarbeiter" der Hausgemeinde des
Briefempfängers Philemon bezeichnet wird - ein Hinweis
auf die Zulassung von Sklaven zu Ämtern in der Alten
Kirche. Der Kommentar macht auf dem Hintergrund dokumentarischer Papyri und Ostraka (Scherben) deutlich, wie sehr Paulus in der alltäglichen Sprachwelt seiner Umgebung beheimatet ist. Im Besonderen zeigt sich z.B., welche brieflichen Formeln er im Einklang mit dem allgemeinen hellenistischen Formular verwendet und wo und warum er sich davon individuell abhebt, wie sehr er (z.B. in Fragen der Gemeinde- und Missionsstruktur) das Vokabular und die Strukturen seines Handwerksbereiches verwendet, wo er damalige Ansichten zur Sklaverei teilt, und worin er unerwartete Lösungen sieht. - Philemon soll seinen Sklaven als Partner, d.h. auch als Geschäftspartner aufnehmen. Kommentare / Auslegungen zum Philemonbrief |
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Christina Maria Kreinecker 2. Thessalonicher Vandenhoeck & Ruprecht, 2010, 240 Seiten, Leinen, 978-3-525-51006-3 49,90 EUR |
Ist der 2. Brief an die Thessaloniker ein
pseudepigraphisches Schreiben? Im Papyrologischen Kommentar zum 2. Thessalonikerbrief werden weltweit veröffentlichte dokumentarische Papyri und Ostraka aus der Zeit vom 3. Jh. v.Chr. bis zum 3. Jh. n.Chr. auf die neutestamentliche Schrift hin ausgewertet und kommentiert. Vor dem Hintergrund der dokumentarischen Zeugnisse geht Kreinecker zusätzlich zur Kommentierung der in der Forschung umstrittenen Frage nach dem Autor nach. Dabei vergleicht die Autorin nicht nur die brieflichen Formeln mit den typischen Wendungen der Papyrusbriefe, sondern stellt im Rahmen eines Exkurses auch die stilistischen Eigenheiten in antiken Papyrusarchiven dar. Spezielle Untersuchungen erfolgen außerdem zu methodischen Fragen der Vergleichbarkeit von ägyptischen und außerägyptischen Texten anhand von Sklavenkaufverträgen und anhand einer Darstellung des gemeinsamen Denkhorizontes in griechischen und lateinischen dokumentarischen Texten des Imperium Romanum. Die für die Forschung wesentlichsten Ergebnisse betreffen zum einen die Feststellung, dass die Verwendung von Formeln und Phrasen in 2Thess starke Abweichungen zu Papyrusprivatbriefen aufweist, und zum anderen die Beobachtung, dass auffällig viele Wendungen des 2. Briefes an die Thessaloniker in den dokumentarischen Belegen primär oder ausschließlich im Rechtskontext zu finden sind. Damit weicht die Sprache in 2Thess nicht nur von den unbestrittenen Paulusbriefen (Röm, 1/2 Kor, Gal, Phil, 1Thess, Phlm) ab, sondern auch von den dokumentarischen Privatbriefen der relevanten Zeitspanne. Gerade an diesen Brüchen – so die Hypothese – verrät sich 2Thess als ein pseudepigraphisches Schreiben. Kommentare / Auslegungen zum 2. Thessalonicher |
| / zur Übersichtsseite www.theologische-buchhandlung.de | letzte Bearbeitung: 24.05.2010, DH | |||